1 Tag, 280 Aktionen, 175.000 Beschäftigte: „Hier geht’s um unsere Arbeitsplätze“
Shownotes
175.000 Beschäftigte der Autoindustrie haben bundesweit gegen Angriffe derArbeitgeber auf ihre Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen demonstriert. Auch wir waren auf der Straße, bei einer Betriebsratssprechstunde von Audi Ingolstadt, die natürlich nur ganz zufällig am selben Tag stattfand. Mit den Beschäftigten haben wir über Wut, Unsicherheit und Solidarität gesprochen. Außerdem erklären uns im Interview Gesamtbetriebsratsvorsitzender Jörg Schlagbauer, wie „Vorsprung durch Technik“ wieder gelingen kann und Karola Frank, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Ingolstadt, warum sich die Beschäftigten der Autoindustrie nicht spalten lassen.
Mehr zum Thema: https://www.igmetall.de/politik-und-gesellschaft/aktionstag-automobil
Für Feedback und Themenideen: jacqueline.sternheimer@igmetall.de christoph.boeckmann@igmetall.de
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00:00:00:
00:00:03: Vorsprung durch Technik entsteht nur durch Investitionen und durch Mut, nicht durch Kaputtspann.
00:00:09: Aber klar ist für uns wir kämpfen um jeden Industriearbeitsplatz in Deutschland weil für das sind wir Gewerkschaft!
00:00:20: Herr Schaklin heute ist ein großer Aktionskark.
00:00:22: den wolltest du auf keinen Fall verpassen.
00:00:24: aus dem letzten mal gesagt Und damit du bloß nicht wieder singst, sind wir jetzt wohin gefahren, wo es ein bisschen lauter werden könnte.
00:00:30: Ja so ist es Christoph!
00:00:31: Heute ist großer betrieblicher Aktionstag.
00:00:33: das heißt bei Herstellern und bei Zulieferern finden Aktionen statt insgesamt wenn's über zweihundertundachtzig Aktion sein bundesweit.
00:00:40: Denn den Beschäftigten,
00:00:41: denen reichts
00:00:41: jetzt ihre Konzernbosse wollen immer mehr Arbeitsplätze rasieren, wollen immermehr Sparprogramme durchdrücken.
00:00:48: Dabei sind eben die Beschäftigend nicht Schuld an der Krise sondern diese Konzertemosse selbst.
00:00:52: Ja also ist es... Wir sind heute zur Audi nach Ingolstadt gefahren stehen jetzt hier gerade vor der Halle B. Und hier gibt's zwar jetzt heute keinen offiziellen Aktionstag, aber es gibt eine Betriebsratsinfo die vor dem Werk stattfinden wird und nur rein zufällig natürlich heute an den gleichen Tag zum gleichen Zeitpunkt ist.
00:01:11: Ja so viele Zufälle!
00:01:12: Ein Riesenzufall wäre es wenn das dann auch noch ein bisschen
00:01:14: lauter werden würde?
00:01:15: Ja genau und warum es lauter wird was dahinter steckt und was die Beschäftigten hier von den Sparplänen halten die ihre Konzernbauste durchdrücken wollen,
00:01:23: das fragen wir sie jetzt
00:01:24: mal.
00:01:24: Sehr gute Idee.
00:01:34: Markus, grüß dich.
00:01:35: So jetzt ist hier gleich Betriebsrats-Info.
00:01:38: Schlechte Nachrichten gab es in letzter Zeit recht viele wie... Wie ist so die Stimmung bei euch in der Belegschaft wenn's immer wieder heißt Sparprogramm?
00:01:44: Bescheiden!
00:01:45: Bescheidend!
00:01:45: Er kann's nicht momentan nicht sagen weil keiner weiß wer montranisch.
00:01:48: Ja das heißt Unsicherheit spürt man.
00:01:51: Das heißt die Leute machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft
00:01:55: Für die ganze Region im Endeffekt, für Ingolstadt, drumherum alles.
00:01:59: Das ist auch das Betroffene Endeffekte.
00:02:00: Also es ist ja nicht nur jetzt Audi selber!
00:02:02: Und was würdest du jetzt fordern von den Konzernbassen?
00:02:06: Erst mal Klarheit damit wir wissen wo's lang geht weil das lange Rauszeuger dauert und dauert... ...und das zermürbt jemanden oder zermübt die Leute sagen wir so.
00:02:16: Weil das soll ab und nach alles geredet werden um wie es weitergeht vorallem auch hier für die Region.
00:02:21: Servus Du bist er
00:02:22: Ich bin der Nuggi
00:02:23: Nugge Christe
00:02:24: Servus
00:02:24: So pass auf Wir sind jetzt hier heute Betriebsratsinfo und überall im Bundesgebiet ist große Aktionstagautomobil, weil es einfach die Beschäftigten sagen so geht's nicht weiter.
00:02:37: Und auch bei euch ist Sparprogrammen!
00:02:38: Wie ist so die Stimmung in der Belegschaft?
00:02:41: Die Stimmung wie ihr euch vorstellen könnt ist natürlich jetzt nicht
00:02:44: prickelnd
00:02:45: da ja die letzten Jahre ist die ganze Maschinerie schon ein bisschen am Stottern ist und ich habe jetzt zum Beispiel zu meinen Kollegen direkt gesagt, liebe Kollegen hier gehts jetzt gar nicht um Farben Hier geht es um unsere Arbeitsplätze, um alle Arbeitsplätzen und ich möchte euch heute
00:02:58: auch hier sehen
00:02:59: an eine kräftige Stimme gegen diese
00:03:01: Sparmaßnahmen-
00:03:02: und Verlagerungspläne
00:03:03: der Automobilindustrie vorzugehen.
00:03:06: Das ist sehr gut!
00:03:06: Wir wollen heute ein Zeichen setzen.
00:03:08: Wie ist das jetzt?
00:03:09: Haben die Leute Angst bei euch jetzt um ihren Arbeitsplatz?
00:03:12: Sind sie es auch leid dass man sagt eben wir haben doch jetzt gerade erst ein Sparprogramm durch.
00:03:16: wie wird er so reagiert?
00:03:16: oder Resignationen?
00:03:19: Den Punkt, das so gerade gut angesprochen ist war ja schon mal diese Sparmaßnahmen.
00:03:22: Wir haben auch schon auf einiges verzichtet.
00:03:24: Das sind auch Kompromisse geschlossen worden und jetzt herrscht natürlich schon langsam auch die Angst weil wir sehen nicht die einzigen wenn man sich bei den Mitbewerbern auch mal mit umschaut bei den Kolleginnen und Kollegen die jetzt auch schon an die Straße gegangen sind.
00:03:36: Man isst ja als Gewerkschaftler auch natürlich in einem Netzwerk unterwegs.
00:03:40: Ja Angst macht sich schon langsam breit weil wir sehn ja
00:03:43: auch die Stückzahlen
00:03:44: so zu sagen, wie sie halt leider zurückgehen
00:03:46: von der Nachfrage her.
00:03:48: Langsam schon mehr, aber Resignation würde ich sagen nein schau dich um.
00:03:52: Resignations sieht glaube ich anders aus.
00:03:53: Sehr gut sehr gut.
00:03:54: welches Zeichen wollen wir heute an die Konzernbosse schicken?
00:03:56: An die Konzernbosse!
00:03:57: Seid euch eurer Verantwortung bewusst.
00:03:59: es geht hier nicht nur um Umsatzzahl, es geht ja um Menschen und existenzen und es geht auch
00:04:02: um diesen Standort Deutschland
00:04:04: und da sollten wir zusammenhalten und das auch nicht spalten lassen.
00:04:07: Wie grüßt mit mir mit einem kräftigen Applaus und
00:04:10: unseren
00:04:10: Betriebsratsvorsitzenden Jörg Schlagbauer.
00:04:16: Eines will ich heute ganz deutlich sagen.
00:04:21: Wir, wie wir hier alle stehen, haben diese Situation nicht verursacht!
00:04:27: Nicht die Kolleginnen und Kollegen in der Produktion,
00:04:29: nicht
00:04:29: die Beschäftigten
00:04:30: in der Entwicklung oder in der Verwaltung, in der Logistik im Vertrieb
00:04:35: usw.,
00:04:36: Tag für Tag leisten
00:04:38: wir gemeinsam
00:04:40: hervorragende Arbeit.
00:04:41: Und deshalb wird es mit uns als Betriebsrapp bei Audi keine Lösung geben, bei der am Ende ausschließlich wir als Beschäftigte die Rechnung bezahlen.
00:04:54: Audi sind nicht die Gebäude!
00:04:56: Audi sind Nicht nur die Führringe!
00:04:58: Audi ist nicht nur
00:05:00: die Kennzahl!
00:05:01: Audi das sind die Menschen, Audi das seid ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen!
00:05:11: Ihr seid es, die jeden Tag mit eurem Können Mit eurem Engagement und vor allen Dingen mit dieser Leidenschaft für die Vierringe darf wir sorgen, dass wir
00:05:28: auch
00:05:29: diese Krise
00:05:29: überwinden.
00:05:30: Und das Unternehmen
00:05:31: wieder nach
00:05:32: vorne treiben.
00:05:35: Was sagen Sie an wirklich Ausmaße annimmt?
00:05:39: Die nimmeranständigsten
00:05:40: liebe Kolleginnen und Kollegen!
00:05:42: Wenn die Manager
00:05:43: im
00:05:43: Chor bei
00:05:44: allem in Berlin
00:05:46: und gegen den Medien immer
00:05:47: wieder erklären Das Problem sind die Beschäftigten,
00:05:51: sie arbeiten zu wenig.
00:05:53: Sie sind so viel krank!
00:05:55: Sie sind zu teuer liebe Kolleginnen und Kollegen.
00:05:57: dann muss es ein klares Signal geben wir alles in unser Geld wert.
00:06:00: wenn ihr euer Geld Wert seid dann macht euren Job jetzt.
00:06:05: liebe Kollegen und Kollegen.
00:06:13: So jetzt wird schon bisschen leise.
00:06:14: Wir standen eine Stunde vor dem Tor Jetzt ist die Straße nicht mehr gesperrt jetzt fallen auch wieder die Autos vorbei.
00:06:19: Wir haben viel mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen, haben dem Betriebsrat zugehört.
00:06:23: Haben die Rede vom Jürgen Kerner unserem zweiten Vorsitzenden gehört... ...und haben ganz viel von einem Unmut mitbekommen der hier logischerweise herrscht?
00:06:30: Ja, Unmut!
00:06:30: Da kann man es auch nennen, Christas.
00:06:32: So ein vornehmes Wort auf einmal von dir hier.
00:06:34: Ja
00:06:35: aber man kann auch
00:06:35: einfach sagen, die Beschäftigen haben die Schnauze voll,... ...dass die COOs so mit ihrer Zukunft umgehen, so würde ich sagen.
00:06:40: Ja du hast recht jetzt reicht's stand auch auf den Schildern
00:06:43: und
00:06:44: das kann ja auch jeder verstehen.... Aber wir haben nicht nur die Wut gespürt sondern auch auch massiv solidarität unter den Beschäftigten.
00:06:51: Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke, das war hier so das Motto.
00:06:54: Absolut und jetzt wollen wir noch mal wissen woher kommt diese Krise eigentlich?
00:06:58: Und was können wir machen mit diesem Unmut anfang dem die Schächtigen und wie ihr hier verspürt?
00:07:03: Das fragen wir zwar!
00:07:12: Draußen vor dem Werk da habt Ihr schon Tacheles gesprochen.
00:07:15: Jetzt wollen wir es hier auch im Betriebsratsbüro machen.
00:07:18: dabei interessiert uns Wie steht's um die Zukunft der Beschäftigten?
00:07:22: ist der Kahlschlag noch abzuwenden.
00:07:24: Wo liegen die Ursachen der Krise und wie kommen wir wieder zu Vorsprung durch Technik?
00:07:29: Das fragen wir jetzt.
00:07:29: Karola Frank, VK-Leiterin und stellvertretende Betriebsratsvorsitzender hier in Ingolstadt und Jörg Schlagbauer den Gesamtbetriebsratvorsetzenden von Audi.
00:07:37: Schön dass man euch hier besuchen dürfen!
00:07:39: Wir freuen uns, danke!
00:07:40: Herzlich willkommen in Ingolfstadt!
00:07:41: Dankeschön!
00:07:42: Jörgg.
00:07:43: Oliver Blume hat gesagt er will vier Werke zumachen.
00:07:48: das haben wir in einer Zeitung gelesen.
00:07:49: da steht auch Neckars Ulm dabei.
00:07:52: So richtig haben wir das Gefühl, die Beschäftigten wissen noch nicht so richtig was los ist.
00:07:57: Jetzt haben wir vorhin auf der Veranstaltung ein bisschen mit den Leuten geredet.
00:08:01: Die waren alle eher radlos.
00:08:03: wie es jetzt weitergeht.
00:08:04: Wie es in Ingolstadt weiter geht und wie es in Encasul mal wieder geht... Was ist denn der Stand der Dinge eigentlich?
00:08:10: Also die Beschäftigten sind tatsächlich noch nicht vollumfänglich informiert, so würde ich es mal sagen.
00:08:15: Sie kennen jetzt ein paar Videos-Typements.
00:08:17: Das war auch der Grund warum wir in Ingolstadt eine Betriebsratsspechsstunde organisiert haben um das Wissen des Wirhaben dann auch an die Belegschaft weiterzugeben.
00:08:27: schon eine klare Haltung, dass wir das Werk in Neckars-Ulm als Bestandteil unserer Audi DNA eben sehen und da auch gemeinsam mit kämpfen werden.
00:08:36: Und jetzt erwarten wir uns, dass der Vorstand eben in den Betriebsversammlungen Tacheles spricht – und dann sagt wie es weitergeht!
00:08:42: Wir kennen die Planungen aus dem Volkswagenkontext und jetzt müssen wir das auf die Audi Themen umsetzen.
00:08:50: Mit irgendwas wird er jetzt wahrscheinlich bei diesen Betriebsversammlungen nach aufschlagen und wird ja irgendetwas verlangen.
00:08:55: Und würde sagen, also wir müssen wieder sparen!
00:08:58: Das hören die Beschäftigten ja nicht zum ersten Mal, sondern sind ja schon wieder ins Sparprogramm.
00:09:03: Wie werdet ihr als Betriebesrat darauf reagieren?
00:09:05: Wenn jetzt entweder das heißt neue Sparprogramme oder gar Werkschließungen.
00:09:09: Also vom Grundsatz her lassen wir uns erstmal nicht spalten.
00:09:12: Ingerstadt-Negas oben steht da an einer Seite.
00:09:14: Da sind wir auf jeden Fall ganz klar mit dabei.
00:09:17: und für uns ist auch klar, wenn die wieder ums Eck kommen... Wir haben erstmal geltende Vereinbarungen.
00:09:22: Da werden wir sie auch dran messen, dass wir die erst mal umsetzen.
00:09:24: Da haben wir auch eine Beschäftigungssicherung mit drin.
00:09:26: Die wollen wir auch definitiv weiterhin mithaben.
00:09:29: Und für uns es ist auchklar, Belegschaften werden natürlich auch schauen, was die Pläne sind vom Unternehmen.
00:09:36: Wenn wir es dann konkret wissen, werden wir in die Gespräche gehen müssen.
00:09:39: aber wir werden nicht einfach sagen Wir lassen die Beschäftigten mit abbauen weil für uns ist klar, wir kämpfen von jedem Industriearbeitsplatz.
00:09:46: Das ist halt ein ganz großer Punkt und das ist ja auch schwierig.
00:09:48: wenn man jetzt irgendwie hört da gibt's eine Liste Und da stehen dann vier Werke drauf und da steht dann ein Werk drauf und das is Neckas Ulm.
00:09:54: Kriegt ihr diese Liste auch gezeigt?
00:09:55: oder wie ist das?
00:09:57: Wie haben sie alle anderen aus der Zeitung erfahren?
00:09:59: So offen kann man das sagen.
00:10:01: Für uns ist es aber auch klar, und dann kann ich für alle Audi-Beschäftigten sprechen... Wir waren da maximal empört drüber, weil greifst du einen Audianer an Gerüst, greifest du alle Audianern an!
00:10:09: Und daher ist für uns ganz klar, dass wir als Ingolstädter für Neckar so mitkämpfen werden.
00:10:15: Da werden wir natürlich alles... tun und auch den Vorstand dran messen, dass die natürlich auch die Zusagen in unserer Zukunftsvereinbarung drin sind.
00:10:23: Dass sie umgesetzt werden weil die Investitionen müssen kommen aber auch egal was jetzt noch alles kommt wir haben dafür kämpfen.
00:10:29: das wird zwei deutsche Standorte weiter nahmen.
00:10:31: bei Audi
00:10:32: heißt es dann im Umkehrschluss aber zum Beispiel wenn jetzt so eine Liste da ist man sagt okay mir sind ein purer Solidarität und wir stehen da alle zusammen Aber heißt es denn andersherum?
00:10:42: Wir sind jetzt in Ingolstadt nicht betroffen oder ist die Gefahr auch groß dass es auch hier dann kracht?
00:10:48: So wie ich jetzt gelesen habe, was wir mitbekommen haben ist es schon so dass sich keiner im VW-Konzern gerade auf der sicheren Seite fühlen kann um das mal deutlich zu sagen.
00:10:57: Was in der Endauspaarstufe konkret für uns weiß man noch nicht weil wir noch nicht den Gesprächen sind aber klar ist für uns wir kämpfen um jeden Industriearbeitsplatz in Deutschland weil für das sind wir Gewerkschaften und Betriebsräte.
00:11:09: Ja, ich war vor kurzem ersten Deckersohn bei Audi und ähnlich wie das euer Oberbürgermeister eben in der Rede der Ansprache an euch draußen gesagt hat.
00:11:16: Ist das ein zentraler Anker wenn man in die Stadt reinkommt?
00:11:19: Audi!
00:11:20: Wenn ich jetzt bei Audi arbeite ist nicht nur Papa, Mama, Kusine, Hockeydidot arbeiten da hängt ja auch irgendwie noch der Bäcker mit dran wo wir einkaufen gehen.
00:11:27: oder wir gehen mal irgendwo essen, wir gehen supermarkt.
00:11:31: Jörg.
00:11:31: was bedeutet das denn für die Region wenn Audi in Decker Sohn schließen sollte?
00:11:36: ganz konkret
00:11:37: Also erstens gehe ich ganz dafür davon aus, dass es nicht passieren wird.
00:11:40: Weil wir da sind und weil wir das nicht zulassen werden.
00:11:43: Aber wenn man so drüber nachdenkt, dann ist das ein massiver Schlag für Beschäftigte und Familien.
00:11:49: Wie du richtigerweise sagst, es hat Auswirkungen auf die gesamte Region, auf die ganze Struktur vom Metzgerbäcker über einen Immobilienhändler hin zum Supermarkt wahrscheinlich auch aufs gesamte soziale Leben.
00:12:02: Ich bin hier in Ingolstadt selber im Stadtrat mit dabei.
00:12:05: ich erlebe das was wir im Moment für Konsolidierungsphasen durchfahren müssen weil die Gewerbesteuer nicht mehr kommt insbesondere aus dem Volkswagen Konzern.
00:12:13: Das geht dann soweit, dass du dir Gedanken machen musst.
00:12:16: Wie viele freiwillige Leistungen als Stadtleistest du dir denn überhaupt noch?
00:12:20: Und das ist nicht sehr förderlich für die Stimmung!
00:12:22: auch in der Bevölkerung am Ende des Tages.
00:12:25: und da mache ich mir schon ganz, ganz große Sorgen weil wir erleben ja eine gesellschaftliche Stimmung in der Republik die wirklich grausam ist.
00:12:32: Ich schaue mit großen Sorgen auf die Wahlergebnisse die zurzeit damit entstehen und wenn sich das alles noch mit verschärft dass die Leute genau diese Perspektive über die ich gerade gesprochen habe nicht mehr finden und sich dann verführen lassen und letztendlich auch bei Wahlen eine Antwort geben die sicherlich nicht passend ist für eine Lösung die uns weiter erbringt dann ist es wirklich eine grausame Situation, auf die wir zulaufen.
00:12:55: Und da sind wir gefordert das zu verhindern und ich glaube dass wir als IG Metall diejenigen sind, die das können.
00:13:03: Wir sind diejenigen, die die Rezepte haben.
00:13:06: Für jede Situation haben wir immer eine Lösung gefunden.
00:13:09: Wir haben für jede betriebliche Situation spezielle Tarifverträge, wir haben spezielle Betriebsvereinbarungen geschaffen weil wir unsere sozialen Verantwortung als IG Metall immer gerecht worden sind in diesem Land.
00:13:21: und das werden wir auch in diesen Krisensituationen, die wir jetzt haben heute tun.
00:13:24: Karola!
00:13:25: Wir haben gerade schon mit ein paar Beschäftigten draußen gesprochen.
00:13:28: Unser Eindruck war natürlich stark belastet, die Beschäftigten.
00:13:33: Radlosigkeit sich von Kopf gestoßen fühlen.
00:13:36: wir jetzt unser Eindruck als wir mit ihnen sprechen konnten.
00:13:39: Kannst du uns mal beschreiben wie ist die Stimmung im Werk und auch letztendlich ja wie produktiv kann man eigentlich noch weiterarbeiten?
00:13:47: Ich weiß, Audiana Rinnen haben starke Verbundenheit zur Marke.
00:13:52: aber was macht das dann auch mit der Motivation, mit der Arbeit?
00:13:55: Ja, du hast es ja vorher gerade selber gesagt.
00:13:57: Es gibt eine große Verunsicherung!
00:13:59: Ich würde sagen punktuell ist schon auch Wut dabei weil einfach diese Unsicherheit so im Raum steht und nicht offen transparent darüber gesprochen wird und man die Dinge eben aus der Zeitung liest.
00:14:10: Und das ist halt was wir als Betriebsräte als Werkschafter definitiv nicht akzeptieren dass eben Dinge über der Zeitungen erfahren werden und nicht konkret den Beschäftigten mitgeteilt werden.
00:14:20: und da schwingt natürlich auch natürlich Angst ohne Arbeitsplatz mit.
00:14:24: Und du hast das vorher auch selber gerade gesagt, da ist natürlich auch Familie mit dran.
00:14:27: Jeder kennt irgendeine in der Region die irgendwie beaudi arbeitet oder eben auch drumherum und die Angst schwingt natürlich schon mit.
00:14:34: aber trotzdem und es macht uns Audiana glaube ich schon auch aus.
00:14:38: Es ist schon so dass die Kolleginnen und Kollegen aufgrund der Verantwortung, die sich hier als Audiana-Rin mit haben.
00:14:45: Schon mal sagen wir es auf einmal hochgrämpeln und los geht's!
00:14:48: Aber wir können halt nicht den Job vom Vorstand machen.
00:14:50: Der Job müsste der Vorstand selber machen wie es immer so ist.
00:14:54: aber das sind für mich schon so die Themen wo es einfach klar ist ob man einfach gucken müssen dass wir aus dieser Dauerkrise auch rauskommen.
00:15:02: wer das merkst du schon?
00:15:03: Die Kolleginnen und Kollegen haben jetzt einfach auch die Schnauze voll Sorry, wenn ich so sagen muss.
00:15:07: Ja von einer Krise zur nächsten wir haben Zukunftsfeierung gemacht jetzt kommt das nächste wieder.
00:15:12: du hörst auch nur schlechte Botschaften.
00:15:14: ja und jetzt geht es einfach darum wie kriegen wir dieses große Schiff Audi wieder sozusagen richtig in den Hafen gesetzt oder auf die Seestraße sozusagen wieder gebracht?
00:15:23: dass wird in der richtigen Richtung laufen weil die Leute die Jungs um Mädels sind motiviert dass sie einfach einen guten Job machen dass sie Audi und die Verringe wieder zum Glänzen bringen.
00:15:31: Das ist schon so mit all der Verunsicherung und Wut die Duhaas mitschwingt.
00:15:35: Jetzt endlich ist ja neben Neckars Ulm auch noch Enten, Hannover und Zwickau.
00:15:39: Wo ein Fragezeichen hinten dransteht, ein großes Fettes wo offen es bleiben die Werke erhalten.
00:15:44: Ja was macht der Mutterkonzern jetzt?
00:15:46: Was macht das denn mit der Belegschaft?
00:15:48: also wenn man weiß na gut ist es jetzt mein Werk Es ist das andere Werk...was bedeutet das Stichwort Spaltung untereinander?
00:15:55: Also einmal was den Mutterkonzern angeht aber natürlich auch Audi intern Was würdest du sagen Karola?
00:16:00: Klar ist, die Belegschaften halten zusammen.
00:16:02: Am Ende des Tages sind wir halt schon ein Konzern – auch wenn wir jetzt Audianer sind!
00:16:06: Wir sind ja trotzdem ein VW-Konzern.
00:16:08: aber trotzdem geht es schon darum, dass wir gucken, dass diese Angriffe eben nicht so laufen, dass Kolleginnen und Kollegen ausgespielt werden oder der eine gegen den anderen oder der einen Standort gegen den Anderen standort sondern dass man wirklich gemeinschaftlich gucken, also die Themen nach vorne kriegen.
00:16:22: Ich glaube das ist das Wichtigste.
00:16:24: ich bin davon überzeugt, dass noch nicht jeder ganz verstanden hat was diese Idee dieser vier Werkschließungen weil es einfach noch nicht so transparent ist, glaube ich wie sich's gehören würde.
00:16:35: Dass wirklich jeder auch versteht.
00:16:36: was steckt denn eigentlich dahinter?
00:16:38: Ja das wirkt ja schon sehr geeint auf jeden Fall eben die...
00:16:41: Das ist so tausend Menschen die
00:16:43: auf dem Platz standen!
00:16:44: Jetzt müssen
00:16:44: wir mal über das Warum auch sprechen.
00:16:46: Warum eigentlich also?
00:16:48: warum du hast es auf der Bühne gesagt hier ja klar mir erkennt an die Automobilindustrie is in der Krise.
00:16:54: Was sind denn die Gründe der Krises?
00:16:55: was der Hintergrund?
00:16:57: Ich glaube, man kann nicht von einer Krise sprechen.
00:16:59: Sondern es sind multiple Krisen die gerade aufeinander wirken und die den Menschen deshalb erst recht Angst machen.
00:17:07: Und wenn man es genau betrachtet, ist bei Audi die Situation deshalb so besonders.
00:17:11: Weil wir seit Jahrzehnt zwanzig Fünfzehn in einer Dauerkrise sind.
00:17:14: Zwanzig Fifzehn ging's los mit dem Diesel-Skandal der uns viele Jahre beschäftigt hat und auch noch viele Jahre Beschäftigung wird.
00:17:21: Wir sind dann direkt in die Corona Phase gelaufen von der Corona in die Ukraine Phase mit den Versorgungsproblemen und jetzt haben wieder die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten Die ganze Art und Bildindustrie ist in einer erheblichen Transformation, was eine weitere Krise letztendlich ist.
00:17:41: Und zusätzlich erleben wir dass die Situation in China letztendliche die Situation so verschärft das die deutschen Autohersteller, die dort in den letzten dreißig Jahren einfach Paradies vorgefunden haben völlig neu denken müssen und offensichtlich viel zu spät kapiert haben was auf dem Markt tatsächlich auch mit los ist.
00:18:03: Und getoppt wird das Ganze natürlich noch durch Präsidenten in den USA, der wenn er mal über Nacht schlecht schläft am nächsten Tag sich wieder neue Zölle auch mit einfallen lässt.
00:18:14: Die uns im Milliardenhöhe als Audi jedes Jahr das Ergebnis auch mit verhageln lassen drum.
00:18:21: Ich bin der feste Überzeuger, man kann nicht von einer Krise sprechen.
00:18:24: Sondern man muss wirklich von mehreren Krisen auch mitsprechen.
00:18:28: und wir haben natürlich schon auch eines und das ist mir schon auch wichtig zu sagen ich glaube auch dass die politische Ausrichtung die letzten Jahre letztendlich viel dazu beigetragen hat mit dem hin-und-her beim Verbrenner- und Elektrostrategie.
00:18:42: Die Politik war auch viel zu ausgerichtet auf einen Faktor der einfach viel zu schnell in die Umsetzung gehen hätte sollen.
00:18:51: Man hat versucht den Menschen vorzuschreiben welches Auto sie kaufen soll, welche Wärmepumpe sie brauchen und die Menschen wehren sich einfach dagegen weil die Menschen sagen wir sind mündige Bürger und wir wollen gefällig selber entscheiden welches auto wir auch mitkaufen.
00:19:07: ich glaube wir kommen aus dieser Krise nur dann wieder raus wenn die deutsche Automobilindustrie endlich eine klaude Linie von der EU bekommt wo die Reise jetzt endgültig hingeht.
00:19:19: Also kein Hin und Her.
00:19:21: Hin und her macht Tasche leer, das ist genau das was wir im Endeffekt heute dann auch mit erleben.
00:19:26: die Leute wollen Verlässlichkeit und sie wollen natürlich auch Sicherheit in ihrem umfeld und ich sage es deshalb dass es multiple Krisen sind weil es einfach keine reine Absatzkrise ist.
00:19:38: Ich erzähle euch mal eine Anagdote aus meiner Jugend.
00:19:40: Da war ich so sechzehn, siebzehn Jahre alt.
00:19:42: Das war in den neunzig frühen, neunziger Jahren als eine große Autobuhlgriese war.
00:19:45: Ich komme selber aus einer Audi-Familie.
00:19:47: Alle meine Eltern, Großeltern sind hier Beschäftigte von Audi gewesen und der Rest auf Erwärtschaft heute noch.
00:19:54: Und ich habe erlebt wie meine Eltern am Küchentisch gesessen sind und echt Angst hatten, echt Sorgen hatten.
00:20:00: Wenn du so ein junger Mensch das dann verfolgst, dann bist du natürlich auch in Sorge.
00:20:04: Ich war kurz vor der Entscheidung gestanden Gehe ich zu Audi?
00:20:07: Geh ich irgendwo anders hin?
00:20:09: Hab mich dann zum Glück für Audi eben natürlich auch entschieden.
00:20:12: Aber dann kam die Entscheidung in den neunziger Jahren damals bei Volkswagen, die vier Tage Woche mit einzuführen und ich habe erlebt wie bei meinen Eltern auf einmal die Sorgen weg waren.
00:20:21: Klar sie mussten verzichten das war nicht so ohne Verzicht der Belegschaft aber man hat wieder die Perspektive bekommen dass es weitergeht und man bringt sich ein, man bringt seinen Beitrag.
00:20:32: Die Jahre danach waren einfach von Erfolg geprägt.
00:20:35: Und jetzt müssen wir für uns auch wieder, und darum bleibe ich dabei – Wir müssen die Perspektiven schaffen!
00:20:40: Okay, das wissen wir, was wir machen müssen.
00:20:42: Jetzt wissen wir ein bisschen auch, was die Politik machen muss.
00:20:45: Hin und her macht Tasche leer?
00:20:46: Das merke ich mir auf jeden Fall schon mal... Aber sagen wir mal ganz will ich ... Die Konzernbosse jetzt noch nicht so rauslassen weil ja klar es sind viele Krisen mit USA, dann kommt der Trump wieder.
00:20:57: Hat man aber so ein bisschen mit Rechnen können, dass der mal wiederkommt?
00:21:01: Hat man vielleicht auch rechnen kann, dass dieses Thema Zölle dann kommt und ist vielleicht auch so das gleiche mit China.
00:21:06: Dass man sich sagt okay man kann sich ja aufs und muss sicher vielleicht auch auf solche Realitäten dann irgendwann mal einstellen.
00:21:12: Würdest du jetzt sagen Ja also wir haben jetzt gehört die Krisen sind alle da fehlt ein bisschen aber auch das Krisenmanagement von den CEO's, dass man sagt okay man muss sich da... also ja das sind jetzt die Realitäten.
00:21:23: Aber die gab es auch immer!
00:21:24: Es gab auch immer, es gab auch in der Finanzkrise im Jahr two-thausend acht.
00:21:27: Es gibt zwei-tausend eins eine ist immer wieder das Gleiche und man muss halt auch darauf reagieren.
00:21:31: und im Moment ist es so, dass wir haben eine Idee Wir bauen einfach weniger Autos und sparen und machen am besten vier Werke zu.
00:21:40: Das würde ich anders sehen
00:21:41: dass wir an vielen Stellen über klassisches Managementversagen reden.
00:21:44: Ich glaube, es ist völlig unstüttig aus meiner Sicht heraus.
00:21:47: Ich habe ein Beispiel von China gesagt, man ist dort dreißig Jahre am Markt und kann nicht einschätzen was dort vor Ort passiert.
00:21:53: Also mehr muss ich nicht dazu sagen.
00:21:57: Vor allen Dingen deshalb so schlimm aus meiner Sicht weil ich mir die komplette deutsche Automobilindustrie anschaue wie abhängig alle sich gemacht haben von diesem Markt in China.
00:22:05: Es ist einfach brutal was dort passiert!
00:22:08: Und wir werden an die Situation kommen wo sich wahrscheinlich Wir wissen, dass die Chinesen jedes Jahr eine Produktionskapazität von fünfzig Millionen Fahrzeugen haben.
00:22:20: Die haben sich, aber sie können sich nicht nutzen.
00:22:22: Sie brauchen uns nicht schlicht untergreifen.
00:22:24: Die können die ganze Welt mit ihren Fahrzeugen beliefern und das ist schon was Besonderes.
00:22:29: Klar hätte man die Situation in den USA auch noch besser einkalkulieren können Aber es hilft mir jetzt auch nichts nur drauf rumzutrampeln.
00:22:37: wir müssen als Lösungen finden Und da ist natürlich schon auch die Politik mit gefordert.
00:22:41: Ich glaube das muss man schon sagen Wir brauchen in Deutschland endlich mal wieder eine vernünftige Industrie.
00:22:47: Wie schaffen wir es in Deutschland, dass die Arbeitsplätze hier im Land bleiben und dann nicht noch ins Ausland verlagert werden?
00:22:54: Jürgen Kerner hat's gerade gesagt.
00:22:56: Im Gespräch, wenn man sich das anschaut, dass du in Deutschland möglicherweise einen Arbeitsplatz abbauest und dafür im Ausland auch eine Subvention bekommst – da muss ich mich schon fragen wie schizophrenisch ist denn das Stichtung ergreifen!
00:23:06: Wir müssen doch jetzt dafür sorgen, dass diese Arbeitsplätzen in den Ländern erhalten bleiben, wo sie sind.
00:23:10: weil eines muss uns klar sein Und darum bleibe ich bei dem, es ist eine multiple Krise und nicht eine klassische Absatzkrise.
00:23:16: Die Krise die wir jetzt erleben und jeder Arbeitsplatz der jetzt abgebaut wird, der wird so schnell nicht mehr in Deutschland aufgebaut werden.
00:23:22: Die Arbeitsplätze sind schlicht und ergreifend erst mal weg.
00:23:25: das muss uns klar sein.
00:23:26: Und drum brauchen wir eben eine gute Industriepolitik.
00:23:28: Wir brauchen faire Local Content Strategie.
00:23:31: wenn die Firmen aus einem Ausland hier in Deutschland Autos verkaufen wollen dass sie letztlich auch auf unsere Infrastruktur aufbauen dann letztendlich sich ja auch ansiedeln und damit auch wieder Arbeitsplätzen mit entstehen.
00:23:42: Eine Forderung, die die Arbeitgeber gerade ganz laut herausposaun.
00:23:45: Ich glaube fast jede Woche kommt irgendwas dazu.
00:23:46: Gerade erst wieder von Südwestmetall ist nämlich dass die Beschäftigten länger arbeiten sollen.
00:23:51: jetzt auch im Vorfeld der Metall-Elektro-Tarifrunde hören wir das.
00:23:55: Würde das helfen?
00:23:56: Ist das ein Lösungsansatz für den Arbeitgebern wo man sagen kann super länger arbeiten wenn damit die Krise erledigt ist?
00:24:03: Super!
00:24:04: Wie würdest du das einschätzen?
00:24:06: Kurze Antwort nein.
00:24:07: Nee definitiv nicht.
00:24:09: Längere Arbeitszeiten Die lösen nicht die Probleme, wenn Unternehmen strategische Fehler machen.
00:24:14: Wenn sie nicht investieren, wenn sie die falsche Entscheidungen treffen.
00:24:18: und eins ist auch klar, wenn wir jetzt gerade schon nicht die Arbeit haben für fünfunddreißig Stunden, wie soll man denn dann vierzig Stunden vollkriegen?
00:24:25: Also das ist glaube ich völliger Humbug um das so deutlich zu formulieren.
00:24:27: da wollen Sie eher zur alte Zeit zurück.
00:24:29: Das ist so mein Eindruck.
00:24:31: aber das löst definitiv nicht die Probleme, die wir jetzt grad haben.
00:24:34: Ja, vor allem auch wenn wir wissen dass Fachkräftemangel jetzt gerade noch kommen.
00:24:40: Die Belastung für die Kolleginnen und Kollegen wird auch nicht passend sein dafür.
00:24:44: Also da habe ich eher den Eindruck sie wollen die Beschäftigten unter Druck setzen um möglicherweise ihre alten Gedankenmuster sozusagen umzusetzen oder vielleicht dafür was anderes zu kriegen.
00:24:53: Okay also Forderungen die an der Betriebchen Realität vorbei geht von den Arbeitgebern?
00:24:58: Aber richtig!
00:24:59: Wenn du natürlich Arbeitszeit erhöht brauchst du weniger Menschen.
00:25:01: Das ist so.
00:25:02: Ich glaube, deswegen trotzdem nicht dass die produktiver werden weil die Schichtsmitteile so sind wie sie sind.
00:25:08: natürlich kann man das alles anpassen aber ich glaube nicht dass wir dadurch produktiver werde und ich bin davon überzeugt den Arbeitgebern geht es darum fünf Stunden mehr ohne Lohnausgleich.
00:25:17: Das ist ihre Rechnung!
00:25:19: Es geht nicht um mehr Arbeit sondern du arbeitest mehr für weniger Geld und das ist das Thema und
00:25:25: da muss man jetzt auch sagen Jetzt irgendwie diesen Kampf anzunehmen und zu sagen, aber wir werden ja nie billiger als die Chinesen werden.
00:25:33: Diesem Preiskampf den kann man ja nicht gewinnen.
00:25:35: und man muss sagen wenn man bei euch hier draußen schaut dann steht da einfach ganz groß Vorsprung durch Technik überall.
00:25:40: was ist denn eigentlich heute daraus geworden Jörg?
00:25:42: Wo stehen wir denn jetzt eigentlich technisch?
00:25:44: Ja ich glaube wir müssen neidlos anerkennen dass sie Chinesien uns über drei Jahrzehnte hinweg ausgesaugt haben und das ganze Know-how was Sie dort erwarten haben für sich Perfektionieren schlicht und ergreifend.
00:25:57: Für uns bei Audi heißt es, wir müssen die Technologieführerschaft wieder neu erarbeiten.
00:26:01: Premium braucht einfach Innovation statt reinentsparen.
00:26:04: Wir müssen an die Software, wir müssten an die Batterie, wir mussten die Digitalkompetenz, die Digitalisierung entscheiden vorantreiben Und wir müssen v.a.
00:26:14: auch die Ingenieurkompetenzen an den Standorten wieder nutzen.
00:26:18: Denn Vorsprung durch Technik entsteht nur durch Investitionen und durch Mut und nicht durch Kaputtspan
00:26:25: Schaff mal das überhaupt noch, weil viele sagen ja, Batterie der Zug ist abgefahren.
00:26:29: Das schafft man gar nicht mehr, aber es ist doch eigentlich eines der wichtigsten Teile im neuen Auto.
00:26:34: Und wie ist es auch mit so Themen wie dem Autonomen Fahren?
00:26:38: Also es gibt ja so viele Möglichkeiten da technologisch... Da bewegt sich gerade ganz viel!
00:26:43: Wie holen wir darauf?
00:26:44: Ich glaube aber dass wir uns oft schlechter reden als das was wir sind.
00:26:48: Klar ist die Chinesen, auch die Amerikaner sind ein Stück weit vorne dran.
00:26:52: Gar keine Frage nicht!
00:26:54: Aber Jörg hat es gerade gesagt unser Ingenieurswesen ja also wir können ja auch was.
00:26:59: und diese Qualität und das ist unsere Stärke glaube ich auch Diese Qualität müssen jetzt einfach wieder nach vorne kriegen auf die Straße kriegen Ja und da bringt glaube ich Kopfhänäsand nix Sondern einfach dieses Ingenieurkundes.
00:27:11: war dieser Vorsprung durch Technik den wir bei Audi haben der ist ja immer noch da.
00:27:15: man muss ihn glaube ich mal wieder vielleicht entstauben oder ein bisschen aus.
00:27:18: das mag schon sein.
00:27:19: Aber ich bin, also mir wird da nicht Angst und Bange dass wir dann nicht hinkommen.
00:27:22: Wir sind halt nur gerade hinten dran.
00:27:24: und jetzt müssen wir glaube ich gucken, dass man erst mal wieder aufholt.
00:27:27: und wenn wir dann aufgeholten haben, dass wir die Technologieführerschaft mit hinkriegen.
00:27:32: Und es geht mit investieren und nicht mehr abbauen?
00:27:35: Korrekt!
00:27:35: Du brauchst Investitionen in den Standort, du brauchst investition in der richtige Technologie, aber auch in die Belegschaft.
00:27:43: Das ist das Thema.
00:27:47: Aber das rettet uns aus meiner Sicht nicht, weil wir dort nicht die richtigen Entscheidungen treffen, dass wir diese Technologieoffenheit und diese Technologieführerschaft wieder hinkriegen.
00:27:55: Wir haben ja heute eine Belegschaft gesehen, die sich mit Rausfors Tor reißen lässt zu einer Betriebsratsinfo zwinkerzwinker Und die damit auch ein Zeichen gesetzt hat und gezeigt hat so wie sehen das?
00:28:09: und wir wollen auch gesehen werden und wir stehen hier zusammen.
00:28:12: Sie waren nicht die einzigen.
00:28:13: bundesweit gab es heute Aktionen von Zulieferern, von Herstellern.
00:28:18: Karola was muss die Message sein?
00:28:19: Was sagst du, was muss heute bei den Konzernbossen von unserer Beschäftigten-Seite her hängen bleiben?
00:28:25: Noch mal runtergebrochen jetzt nach unserem Gespräch.
00:28:27: Ganz klar!
00:28:28: Die Belegschaften lassen sich nicht einschüchtern.
00:28:30: Sie sind kampfbereit für ihre Arbeitsplätze und für die Standorte.
00:28:36: Die Zukunft, in denen die Unternehmen sozusagen gemacht werden, dass sie nicht über den Köpfe hinweg der Beschäftigen entschieden werden sondern mit dem Beschäftigten.
00:28:45: Was auch klar sein muss und was die Botschaft sein muss, ist hoffentlich dass die Standorte solidarisch zusammenstehen.
00:28:53: Und dass wir uns als Automobilisten... dort nicht spalten lassen.
00:28:57: Das ist glaube ich noch mal ganz wichtig und dass wir, egal wie als Gewerkschafter, als Betriebsräte dafür kämpfen werden, dass wir weiterhin Industrieland bleiben vor allem auch Automobilland bleiben in Deutschland und vor allem für Arbeit und Perspektive für die Beschäftigten organisieren.
00:29:15: Ich hoffe, dass das auch mit angekommen ist.
00:29:17: Ansonsten werden wir da vielleicht noch ein paar Schippen drauflegen.
00:29:20: Ja, egal was die Führungsmannschaften und was die Vorstände damit machen, Spahn geht nie gegen die Beschäftigte!
00:29:29: Und wenn sie das tun dann werden wir maximal Widerstand organisieren.
00:29:34: Das klingt gut.
00:29:35: Jörg verrat uns doch zum Schluss nochmal wie geht es jetzt weiter?
00:29:38: Wie bereitet ihr euch auf den weiteren Konflikt hier bei Audi vor?
00:29:41: Ja, also wir haben jetzt im nächsten Schritt am neunten Oktober eine Betriebsversammlung geplant wo wir vom Vorstand erwarten dass sie dort Klartext treten.
00:29:51: Den Kolleginnen und Kollegen sagen wie ernst die Situation ist und was auch die Planungen des Vorstandes mit sind dazu im Nachgang verbindliche Gespräche auch mit dem Vorstand einfordern.
00:30:04: Wir werden natürlich auch die Betriebsversorgung nutzen und politischen Druck aufzubauen, um genau das zu verarbeiten was wir jetzt hier in den Podcast auch besprochen haben und schon deutlich sagen wer verantwortlich ist für diese Multiplinkrisen?
00:30:17: Und eben wer nicht?
00:30:18: Eben die Beschäftigten!
00:30:20: Und dann seit an Zeit mit den Beschäftigten Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen Und mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft, dann Kämpfen und Lösungen finden.
00:30:33: Die für die Menschen bei Audi eine gute Zukunft bringen aber auch für die Vierringe.
00:30:37: Ja, euer Herzblutt, eure Leidenschaft haben wir heute richtig mitbekommen den Kampfgeist auch der, der uns nämlich fehlt bei den Arbeitgebern.
00:30:43: Den habt ihr uns Vielfach gegeben!
00:30:44: Vielen Dank dass wir heute dabei sein durften.
00:30:54: So, jetzt sind wir schon am Bahnhof raus aus dem Betriebsratsbüro und auf zum Bahnhof.
00:30:59: Und jetzt nach Hause waren.
00:31:00: beeindruckender Tag.
00:31:01: heute war eine beeindruckende Betriebesradsprechstunde irgendwas zwischen fünf und acht tausend Leute werden da gewesen sein Aber das waren nicht die Einzigen, die heute auf der Straße waren.
00:31:10: Insgesamt heute großer Automobilaktionstag der IG Metall.
00:31:14: Irgendwas hundert und siebzig tausend habe ich jetzt gelesen werden es gewesen sein.
00:31:17: Aktionen laufen noch vielleicht werden's noch mehr aber ganz schön beeindruckende Zahl!
00:31:21: Und wenn dieser Druck den Arbeitgebern immer noch nicht reicht und die Ansagen der Beschäftigten, die ja heute ziemlich laut überall zu hören waren dann haben wir auch immer noch eine Tarifrunde mit ein Elektro die irgendwie vor der Tür steht.
00:31:32: Die Friedenspflicht läuft am einträchtigsten Oktober um vierundzwanzig Uhr aus wenn die Arbeitgeber uns bis dahin nicht entgegenkommen sind.
00:31:40: Nicht unwahrscheinlich, dass es dann Warnstrecks und Streiks gibt.
00:31:42: also ich würde sagen you better listen!
00:31:45: Genau, und vorm Tor da brauchen wir euch dann wieder.
00:31:48: Egal ob gegen Kahlschlagpläne oder für anständige Tarifergebnisse Und das natürlich auch wichtig.
00:31:53: Je mehr Metallmitglieder es gibt, desto besser.
00:31:56: Also seid ihr noch nicht eigener Teilmitglied?
00:31:58: werdet das?
00:31:59: Überlegt es euch!
00:32:00: Ich weiß gar nicht, ob wir's schon mal erwähnt haben Aber ihr könnt'n natürlich auch unseren Podcast abonnieren.
00:32:03: Zwinker-Zwinker.
00:32:05: Es scheint heute so sein zu sein.
00:32:07: Wir freuen uns auf euch in der nächsten Folge.
00:32:09: Da gehts nämlich um die Tarifrunde
00:32:10: Genau und wir holen jetzt uns doch schnell ein Bier.
00:32:13: Das Bier dürft mir nicht vergessen.
00:32:14: Das ist glatt, macht's gut.
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